BaföG glänzt vor 40. Geburtstag mit guten Zahlen
Die staatliche Förderung von Studierenden und Schülern wird im September 40 Jahre alt. Schon vor dem Jubiläum kann das Bundesbildungsministerium mit einer Steigerung der BaföG-Empfänger um 5% in 2010 glänzen.
Laut statistischem Bundesamt erhielten in 2010 rund 916.000 BaföG-Empfänger, darunter 592.000 Studierende, für ihre Ausbildung finanzielle Unterstützung vom Staat. Dies entspricht einem Anstieg der Bafög-Berechtigten um 5% gegenüber dem Vorjahr. Vor allem der Anteil der geförderten Studierenden ist weiter gestiegen. Rund 49% der BaföG Empfänger erhalten die Maximalförderung. Im Durchschnitt wurden an Studierende aber nur monatlich 436 Euro ausgezahlt. Immerhin zwei Euro mehr als noch im Vorjahr. Die Bundesbildungsministerin, Annette Schavan, sieht sich mit diesen Förderzahlen trotz hoher Ausgaben von Bund und Ländern in Höhe von knapp 3 Milliarden Euro in ihrer Politik bestätigt. Denn der Anstieg der Zahl der BaföG-Empfänger sowie die höheren durchschnittlich ausgezahlten BaföG-Leistungen sind auf die in 2010 in Kraft getretene BaföG-Novelle zurückzuführen. Um die finanzielle Situation der Studierenden weiter zu verbessern, raten Experten jedoch zu einer jährlichen Anpassung der BaföG-Sätze analog zur Einkommens-und Preisentwicklung. Auch die Beantragungsformalitäten sind weiterhin verbesserungswürdig. Die meisten Studierenden setzen jedenfalls vorerst laut Sozialerhebung des Studentenwerks auf die Eltern oder Nebenjobs zur Studienfinanzierung. Ob die staatliche Unterstützung in Form von BaföG, Stipendien und subventionierten Studienkrediten zu einer Haupteinnahmequelle für die individuelle Bildungsfinanzierung werden kann, bleibt angesichts der angespannten finanziellen Lage von Bund und Ländern offen. Hier bedarf es wohl noch einiger Innovation wie die Diskussion in anderen Ländern, z.B. über die Einführung einer nachgelagerten Absolventen-Steuer oder einer ähnlich dem Bildungsfonds Konzept eng an das Einkommen gekoppelten Rückzahlung von Studienkrediten, zeigt. An der Bundesbildungsrepublik muß also noch viel gearbeitet werden.
