BAföG-Anträge: 99 Prozent sind fehlerhaft
Wer sich schon einmal durch einen BAföG-Antrag gequält hat, dürfte wissen, dass die Unterlagen äußerst kompliziert sind. So kompliziert, dass 99 Prozent (!) aller Erstanträge fehlerhaft sind. Das soll sich jetzt ändern, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete.
Für die acht Formblätter eines BAföG-Antrags benötigen Studierende durchschnittlich fünf Stunden. Der Grund hierfür dürften missverständliche Begrifflichkeiten, fehlerhafte Ausfüllanleitungen und vorworrene Beleganforderungen sein - allesamt Probleme, die sich beim sorgfältigen Durchdenken der Unterlagen lösen lassen dürften. Doch für die Unterlagen ist nicht eine Stelle verantwortlich, sondern viele: neue Texte müssen zwischen Bund und Ländern (!) gemeinsam erarbeitet werden. Die Bundesregierung und der Normenkontrollrat haben in einer gemeinsamen Studie nun jedenfalls genau das empfohlen: verständlichere Formulare. Zudem soll die Förderung zukünftig auch im Internet beantragt werden können, was bislang nicht möglich ist. Vorteil dabei: ein Online-System könnte eine Überprüfung der Antragsangaben bereits bei der Eingabe leisten und alleine dadurch die Fehlerquote senken. Schließlich wäre es auch sinnvoll, die E-Mail-Kommunikation zwischen BAföG-Ämtern und Studierenden zu ermöglichen, was bislang im Verfahren überhaupt nicht vorgesehen ist. Dadurch verzögert sich die Bearbeitung auch enorm: im Schnitt dauert es 56 Tage, bis ein Antrag bearbeitet ist.
- Quelle: Süddeutsche.de, Wiwo.de
