Bildungspolitik: Elitäre Bundesuniversität ab 2017?
In Sachen Bildungspolitik ist in Deutschland vieles im Umbruch. Immer wieder gehen die Wogen vor allem bei Finanzierungsfragen hoch, denn hier müssen sich Bund und Länder arrangieren, was oftmals schwer fällt. Kaum glänzt Deutschland mit den höchsten Studierendenzahlen aller Zeiten und kann Dank der Exzellenz-Initiative mit einigen Vorzeige-Unis dem internationalen Wettbewerb Stand halten, da kommt schon wieder die nächste Diskussion um die Bereitstellung von Forschungsgeldern auf den Tisch. Grund dafür ist das Auslaufen der Exzellenz-initiative in 2017. Denn natürlich will man auch nach 2017 noch exzellente Forschungsbedingungen bieten und attraktiv für besonders qualifizierte Studierende wie beste junge Wissenschaftler aus aller Welt bleiben. Die Bundesbildungsministerin, Annette Schavan, will daher auf die offizielle Einführung von so genannten Bundesuniversitäten setzen. Wie der Name schon vermuten lässt, soll hier auf Kosten des Bundes gelehrt und geforscht werden. Als erste Hochschul-Kandidaten sind die Berliner Humboldt Universität und die Fernuni Hagen im Gespräch. Dabei mischt der Bund eigentlich schon seit längerem in Forschungsangelegenheiten an einigen deutschen Hochschulen indirekt mit. Bisher dürfen Bund und Länder aufgrund der Länderhoheit allerdings nicht offiziell in Bildungsfragen kooperieren. In wie weit sich dies ‚aufweichen‘ lässt, wird sicherlich in nächster Zeit diskutiert werden. Andere Staaten gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Ob man sich auf ein deutsches Pendant zu Harvard oder ETH Zürich einigen kann, wird sich aber erst noch zeigen.
