Master Studie 2012 - Studieren geht über Qualifizieren
Das frühe Bewußtsein über die eigenen Karrierevorstellungen ist heute sehr wichtig für Studierende. Hieran richtet sich praktisch der ganze Studienweg, die Auswahl der Praktika sowie die Einstiegsjob Suche aus. Die Master-Studie 2012 der SWOP. Medien und Konferenzen hat in Kooperation mit der Zeitung DIE ZEIT rund 1.400 Studenten zu den wichtigsten Eckpfeilern ihrer Karriereplanung befragt. Die Ergebnisse sind überraschend, denn alt so groß fällt die Orientierung bzw. die gezielte Planung nicht aus. Der Erwerb von Bildung wird insgesamt als sehr wichtig eingeschätzt. Dabei geht es den Befragten fast gleich stark um die Verbesserung ihrer Karrierchance und die individuelle Bereicherung mit Wissen.Für 73% der Befragten, soll auf den Bachelor noch ein weiterer Abschluß folgen, um sich besser für den Berufseinstieg zu qualifizieren. Gesetzt ist hier als weiterer Abschluß offenbar ein konsekutiver Master (40% der Befragten befürworten diesen). Für immerhin 32% kommt sogar noch der Anschluß einer Promotion in Frage, für deutlich weniger Befragte (12%) der Aufsatz eines nicht konsekutiven Masters. Der Master wird vor allem zur weiteren Spezialisierung und damit zur Verbesserung der Karrierechancen verfolgt. Den größten Mehrwert in Sachen Praxiserfahrung bringen offensichtlich die Pflichtpraktika und Fallstudien bzw. Projektarbeiten. Denn zwischen einzelnen Semestern bleibt oft nur wenig Zeit für freiwillige kurzzeitige Praktika. Hinsichtlich ihrer Soft Skills sehen sich die Befragten übergreifend gut vorbereitet. Während sie sich als sehr erfahren in den Feldern Arbeitstechniken, Methodenwissen und Zeitmanagement sehen, werden jedoch eher Wissenslücken bzw. Erfahrungsdefizite in betriebswirtschaftlichem und juristischem Wissen sowie im Projektmanagement vermutet. Vor allem in letzterem wünscht man sich mehr Wissenstransfer seitens der Hochschule. Der Praxisbezug im Studium kommt mit gut bis befriedigend gerade mal mittelmäßig weg.
In die berufliche Planung steigen nur die wenigsten schon während des Studiums ein. Vom Arbeitgeber erwarten sie dennoch fast gleich auf herausfordernde Tätigkeiten und eine gute Work-Life-Balance. Man will eigentlich nur in Feldern arbeiten, die den persönlichen Interessen am nächsten kommen. Die allgemeine Arbeitsmarkt Entwicklung sowie zukünftige Einkommenschancen sind weniger wichtig. Dies liegt wohl daran, dass sich über 50% der Befragten sehr sicher sind, dass sie sehr gute Einstiegschancen haben bzw. zum Zeitpunkt der Befragung schon einen Arbeitsvertrag in der Tasche hatten.
Die Studie bestätigt kurzum wieder einmal, dass die Studieninhalte alleine nicht ausreichen für einen guten Berufsstart. Wichtig ist vielmehr, sich frühzeitig klar zu werden, was man erreichen will und auch für entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen zu sorgen. In vielen Berufen sind z.B.Projektmanagement Skills unabdingbar für den Erfolg. Auch sollte man es nicht bei einem Pflichtpraktikum zum Thema Praxiserfahrung belassen, sondern lieber in verschiedene Unternehmen und Projekte hineinschnuppern. Denn die Einstiegschancen können sich schon morgen wieder verschlechtern. Man tut also gut daran, sich möglichst breit aufzustellen und frühzeitig zu Netzwerken.
