OECD-Studie: Deutschland investiert zu wenig in Bildung
Obwohl sich die Regierung die Schaffung einer ‚Bundesbildungsrepublik‘ auf die Fahnen geschrieben hat, wird im Vergleich zu anderen Staaten nur mäßig in die Ausbildung von Nachwuchskräften investiert.
Laut einer neuen Studie der OECD (Organisation for economics co-operation and development) zählt Deutschland derzeit neben Japan und Spanien sogar zu den Staaten mit den niedrigsten Ausgaben für Nachwuchsqualifizierung innerhalb der OECD. Bis zum Abschluß der Berufsausbildung werden in Deutschland knapp 57.000 Euro ausgegeben, bis zum Hochschulabschluß sind es 106.000 Euro. Bei uns stehen jungen Leuten damit für Ausbildung und Studium um mindestens ein Drittel geringere finanzielle Mittel zur Verfügung als in den Nachbarländern. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Studie auch für die vorgelagerte Schulbildung. Schon seit 1995 gehen die Ausgaben für Bildung relativ gesehen zurück.
Es wird zwar immer wieder von der Erhöhung der Budgets der öffentlichen Hand für Bildung gesprochen, um den Bildungsstandort Deutschland zu sichern. Dies bezieht sich aber wohl hauptsächlich auf Forschungsausgaben. Für die Hochschulbildung wird jedenfalls nur ca. 1,1% des Brutto-Inlands-Produktes ausgegeben. Dies ist in etwa genauso wenig wie in Italien oder Spanien, denen die OECD-Studie ein besonders schlechtes Bildungsausgaben-Zeugnis ausstellt. Schon in Österreich ist die Situation besser als in Deutschland, ganz zu schweigen vom Bildungsengagement der Schweiz. Sie steht unter den OECD-Ländern auf Rang zwei gleich hinter den USA.
Die OECD schätzt die Situation in Deutschland vor dem Hintergrund der Studienergebnisse als eher beunruhigend ein. Von der Bundesregierung werden zwar beachtliche 8,5% des Brutto-Inlands-Produktes für Bildung ausgegeben, auf die Berufs- und Hochschulausbildung entfällt dabei jedoch ein zu geringer Teil. Dies könnte sich weiter auf die Wettbewerbsfähigkeit als international anerkannter Bildungsstandort auswirken.
