Studienfinanzierung ohne Eltern nimmt zu
Bisher haben in der Regel die Eltern einen Großteil der Studienkosten ihrer Kinder finanziert. Gemäß einer aktuellen Studie des Deutschen Studentenwerks nimmt der Anteil der Eltern nun erstmals ab.
Alle drei Jahre befragt das Deutsche Studentenwerk im Rahmen seiner Sozialerhebung tausende Studierende zu ihrer finanziellen Situation. Als wichtigste Finanzierungsquelle galt bisher immer das eigene Elternhaus. In den letzten Jahren ist der Anteil der durch die Eltern Finanzierten kontinuierlich auf rund 52% angestiegen. Nun ist der Anteil an Finanzierung durch die Eltern erstmals rückläufig und sinkt auf 48%. Dies dürfte vor allem auf die wirtschaftlich schwierige Phase zurückzuführen sein, die den Eltern immer weniger finanziellen Spielraum für die komplette Studienfinanzierung der Kinder läßt. Rund 2/3 erhalten die Studiengebühren noch von ihren Eltern, die restlichen Kosten müssen jedoch oftmals anders finanziert werden. Familien aus mittleren und niedrigeren sozialen Herkunftsgruppen trifft dies besonders hart. Hier können nicht mehr genug finanzielle Mittel für die Finanzierung des Studiums aufgebracht werden. Folglich studieren nur noch 24% der Kinder aus Familien ohne akademischen Hintergrund, während aus Akademiker-Familien rund 71% der Kinder studieren. Aber auch in Akademiker-Familien geht der Anteil der Studierenden zurück. Die Studie sieht deshalb eine Gefahr der Verschärfung der sozialen Selektion. Hier sollen nun das neue nationale Stipendiensystem sowie die Erhöhung des Bafög helfen. Die studienbedingten Kosten werden sich aber auch damit nicht komplett abdecken lassen. Der Bedarf an einer Fremdfinanzierung in Form von Studienkrediten oder Bildungsfonds wird daher weiter ansteigen, denn die Zeit für Nebenjobs & Co. ist knapp.
