Fortsetzung der Exzellenzinitiative auf der Kippe

Unter großem Medienrummel ist 2006 und 2007 die sogenannte Exzellenzinitiative gestartet. Sie sollte sicherstellen, dass die Deutsche Bildungslandschaft den internationalen Anschluss nicht verliert. Zwei Milliarden Euro wurden dafür bereitgestellt, die nun an 37 Hochschulen verteilt werden – von denen neun seither offiziell den Titel „Exzellenz-Universität“ führen dürfen. Doch die Fortsetzung der viel versprechend gestarteten Kampagne steht nun auf der Kippe.
Was so euphorisch gestartet ist, droht nun im Dickicht von Bürokratie und politischen Diskussionen zu versanden. Denn es gibt Streit um allzu viele fehlende Antworten – etwa auf Fragen der Finanzierung und Personalrekrutierung bis hin zur Besoldung und Lehre.
So sind nach einem Bericht der Wirtschaftswoche anderthalb Jahre nach Beginn der Initiative erst 40 Prozent der geplanten Stellen besetzt. Es gibt angeblich schlicht nicht ausreichend viele geeignete Bewerber.
Auch profitieren bislang die Studierenden praktisch gar nicht von dem Geldsegen aus Berlin. So konnten sich Einrichtungen mit besonders guten Konzepten für die Lehre bisher nicht profilieren. Außerdem ist unklar, inwiefern sich die vielen neuen angeworbenen Wissenschaftler überhaupt auch der Lehre widmen sollen.
Und: wenn alle bislang ins Leben gerufenen Projekte über das Jahr 2011 hinaus verlängert werden, dann bräuchte die zweite Exzellenzrunde deutlich mehr Geld – zwischen 30 und 50 % mehr, schätzen die maßgeblichen Beteiligten wie etwa die Hochschulrektorenkonferenz oder der Wissenschaftsrat. Das müsste dann auch schnell beschlossen werden, denn die zweite Runde soll schon im Sommer 2010 starten.
Es bleibt also spannend, inwiefern es überhaupt eine Fortsetzung geben wird und wenn ja, unter welchen Vorzeichen.
