Gebührenkompass 2008: sind die Studierenden mit den Studiengebühren zufrieden?

Vor rund zwei Jahren fiel der Startschuss für allgemeine Studiengebühren in den ersten Bundesländern. Die Einführung der Gebührenfinanzierung ist bis heute nicht unumstritten, Hessen etwa hat die Gebühren sogar wieder abgeschafft. Neuerdings scheinen die anfangs vehementen Proteste der Studierenden allerdings abgeebbt. Heißt das jetzt, dass die Studierenden sich mit der Einführung der Gebühren abgefunden haben, mit der neuen Situation etwa zufrieden sind? Eine neue Studie hat dies genauer untersucht:
Im Mai 2008 fand eine sehr umfangreiche Befragung anhand von 6.100 persönlichen Interviews an den 54 Hochschulen statt, die Gebühren erheben - durchgeführt vom Lehrstuhl für Marketing der Universität Hohenheim. Dabei ging es um die Zufriedenheit der Studierenden mit der Verwendung der von Ihnen eingezahlten Gelder. Und um die ist es nicht so gut bestellt: Auf einer Schulnotenskala von „1“ (sehr zufrieden) bis „6“ (sehr unzufrieden) betrug die durchschnittliche Zufriedenheit 4,55, was einem „ausreichend bis mangelhaft“ entspricht. Dabei zeigte sich, dass die Zufriedenheit in den südlichen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg) etwas größer ist als in den Hamburg oder Nordrhein-Westfalen. Ein Hauptproblem: 85 % der Befragten fühlten sich nicht gut informiert darüber, was mit den Geldern passiert. Je größer aber die Transparenz, umso größer auch die Zufriedenheit. Insbesondere, wenn zur Finanzierung der Studiengebühren ein Studentenkredit wie etwa der KfW-Studienkredit in Anspruch genommen werden muss, leuchtet ein, weshalb den Studierenden Transparenz und eine nachvollziehbare Gebührenverwendung so wichtig ist.
Zu ähnlichen Ergebnissen kam übrigens eine Studie, die das nordrhein-westfälische Innovationsministerium 2008 beim Deutschen Studentenwerk und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Auftrag gab. Obwohl sich die Hochschulen wohl strikt an die gesetzlichen Grundlagen halten, seien die Studierenden überwiegend unzufrieden mit der Verwendung der Studiengebühren und bemängelten, dass diese nicht ausreichend transparent sei.
