Bildungsfonds – nur was für Top-Verdiener?
Im Unterschied zu einem Studienkredit hängt bei einem Bildungsfonds die spätere Rückzahlung nicht von der ausgezahlten Summe, sondern allein vom später erzielten Einkommen ab. Das bedeutet, dass bei einem Bildungsfonds ein genau definierter Zeitraum festgelegt wird, über den der oder die ehemalige Studierende nach dem erfolgreichen Berufseinstieg einen bestimmten Prozentsatz des späteren Einkommens zurückzahlt. Vereinbart wird also kein Zinssatz, sondern ein Prozentsatz des späteren Einkommens. Oft wird unterstellt, dass die Bildungsfonds deshalb nur solche Studierenden finanzieren würden, die später sehr hohe Gehälter verdienen können. Doch das stimmt nicht.
Die absolute Höhe des späteren Verdienstes (wie im Übrigen auch das Alter bei Bewerbung!) spielt für eine Bildungsfonds-Finanzierung keine entscheidende Rolle. Viel wichtiger ist hingegen, wie hoch die späteren Beschäftigungsaussichten bei dem konkreten Studienvorhaben und dem konkreten Lebenslauf sind.
So wird bei einer Bewerbung um eine Studienfinanzierung mit Bildungsfonds genau beleuchtet, welche Pläne der oder die Studierende mit dem Studium verfolgt. Was wurde bisher geleistet, wo will er oder sie mit dem Abschluss hin? Wie wahrscheinlich ist es, dass sich diese konkrete Situation mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes in Einklang bringen lässt?
So hat etwa jemand, der beispielsweise bis zum Alter von 30 Jahren durchgehend „mal hier und mal da“ studiert hat und dann ein fachlich völlig anderes Studium in Angriff nehmen möchte, das sehr lange dauert (etwa Jura oder Medizin) sicherlich sehr schlechte Karten, eine Bildungsfonds-Finanzierung zu erhalten. Denn bei dieser Biographie sinkt die spätere Beschäftigungswahrscheinlichkeit doch sehr.
Entscheidend sind bei einer Bildungsfonds-Finanzierung also nicht die Verdienst-, sondern die Beschäftigungsaussichten.
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