Repräsentant eines Landes für 8 Wochen

Weil sie es sich nicht leisten können, teures Personal nach New York zu den Vereinten Nationen zu entsenden, engagieren etliche kleinere Länder auch deutsche Praktikanten, um in der UN-Vollversammlung vertreten zu sein. Ein Praktikant als Vertreter eines ganzen Landes?
Organisiert werden die Praktika seit etwa einem Jahr von der amerikanischen Nichtregierungsorganisation IslandsFirst. Die Länder, die sich so vertreten lassen, haben oftmals wenig wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und sind gleichzeitig etwa von den dramatischen Klimaveränderungen stark betroffen – so dass sie es sich eigentlich nicht leisten können, nicht bei der UNO vertreten zu sein. Die Praktikantinnen und Praktikanten beschäftigen sich dann etwa mit Entwicklungsfragen, aber auch mit der Energieversorgung und anderen Themen. Sie formulieren Berichte, Zusammenfassungen oder Strategiepapiere und nehmen an Vollversammlungen aller in der UNO organisierten Staaten teil – in denen mitunter auch die „Großen der Welt“ wie etwa US-Präsident Obama sprechen. In den kleinen Inselländern, die sie vertreten, sind sie meist selbst noch nie gewesen. Da die drängenden Probleme (Klimaschutz, Überfischung, entwicklungspolitische Fragen) aber oft ein entsprechendes fachliches Wissen voraussetzen und weniger landesspezifische Kenntnisse, stellt das meist kein Problem dar.
Leider gibt es einen Haken: nur etwa 600 Praktikantinnen und Praktikanten erhalten jährlich diese Chance. Entlohnung gibt es keine, d.h. das Praktikum muss selbst finanziert werden. Mit etwa 2.500 Dollar Lebenshaltungskosten pro Monat muss man lt. UN-Praktikantenprogramm wohl rechnen – zuzüglich Reisekosten. Dafür dürften jedoch die Erfahrungen, die man in dieser Zeit in New York, aber vor allem in der direkten Zusammenarbeit sammelt einfach unbezahlbar sein.
Quellen:

