Größere Fächervielfalt durch neue Abkommen zwischen Hochschulen
Je exotischer das Studienfach, umso schwerer ist es oftmals, die gewünschten spezialisierenden Fächer belegen zu können. Auch bei der internationalen Anerkennung von Scheinen hapert es vielerorts. Neue Hochschulabkommen wollen hier für Erleichterung sorgen.
Studierende wollen und müssen sich heute immer früher auf bestimmte Fachrichtungen spezialisieren. Doch dies ist gar nicht so leicht, denn nicht jede Hochschule kann aufgrund ihrer Größe einen gleich großen Fächerkanon anbieten. Mehr und mehr Hochschulen gehen daher Kooperationen ein und bieten eigene Netzwerke. Sehr erfolgreich funktioniert das beispielsweise im süddeutschen Raum: Hier können Studierende an den Hochschulen in Freiburg, Karlsruhe, Basel, Straßburg und Mühlhausen Seminare und Vorlesungen belegen, die gegenseitig von den Hochschulen anerkannt werden. Hier kann also nicht nur hochschulübergreifend sondern auch international studiert werden. Um dieses Netzwerk namens Eucor nutzen zu können, muss lediglich ein Ausweis beantragt werden. Ein weiteres Vorreiter-Netzwerk ist CEMS. Unter der Abkürzung haben sich rund 25 namhafte Hochschulen im In- und Ausland (u.a. HEC Paris, Università Bocconi Mailand, Uni Köln) sowie 60 international agierende Unternehmen zusammengeschlossen. Gemeinsam wird von diesen Partnern der Studiengang ‚International Management‘ angeboten. Studierende sind für die Hälfte des Studiums an der heimischen Hochschule eingeschrieben, die andere Hälfte wird im Ausland verbracht. Zusätzlich wird das Programm von Sprachkursen, Soft-Skill-Seminaren und Fallstudien mit den Unternehmenspartnern bereichert. Die Kooperation lässt nicht nur viel Freiraum für die Spezialisierung, sondern hilft ggf. auch kostensparend zu studieren. Denn die Studiengebühren fallen an den Partnerhochschulen sehr unterschiedlich aus und werden innerhalb des CEMS-Programms verrechnet.
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Das Pendant für eher technische Studiengänge wäre Unitech. Auch hierbei handelt es sich um eine länderübergreifende Partnerschaft von Unternehmen und Hochschulen. Innerhalb Deutschlands sind die bekanntesten Hochschulen über das Netzwerk TU9 miteinander verbunden und bieten ein vielseitiges Angebot.
Vor allem Fachhochschulen sind offen für Partnerschaften, um das eigene Fächerangebot zu erweitern. Die Zahl der Allianzen dürfte hier stetig weiter steigen. Mancherorts stehen jedoch hochschulrechtliche Fragen einer Kooperation entgegen, insbesondere, wenn die Hochschulen in verschiedenen Bundesländern ihren Sitz haben. Eine internationale Kooperation erscheint da fast einfacher.
- Quelle: FAZ 23./24. Januar 2010: Mit Netz und doppeltem Abschluss
