Falsches Vorurteil: Praktikanten werden doch nicht ausgenutzt

Vor einiger Zeit geisterte das Phänomen „Generation Praktikum“ durch die Medien. Gemeint war damit der Verdacht, dass Unternehmen in großem Stil Studierende und Absolventen beschäftigen, um hoch qualifiziertes Personal zu niedrigen Kosten nutzen zu können – zu Lasten der so Beschäftigten. Das Wort von der „Ausbeutung“ machte die Runde. Doch eine groß angelegte Langzeitstudie zeigt jetzt: Praktika zahlen sich aus!
Denn insbesondere in Fächern mit weniger engem Berufsbezug helfen Praktika bei der Stellensuche – vorausgesetzt, die Praktika werden in fachnahen Bereichen absolviert. Jeder fünfte Absolvent hat sogar seine Stelle über das Praktikum gefunden. Das hat Andreas Sarcletti mit seiner Dissertation am Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung herausgefunden. Dabei hat er eine breit angelegte empirische Untersuchunganhand einer langfristig angelegten Befragung von Hochschulabsolventen eines breiten Fächerspektrums durchgeführt. Alle bayerischen Universitäten und staatlichen Fachhochschulen haben sich daran beteiligt.
Allerdings ist ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie, dass Praxiserfahrungen zwar hilfreich sind, aber nicht der entscheidende Erfolgsfaktor für den Berufseinstieg. Wichtiger seien Aspekte wie das studierte Fach, das Geschlecht, fachnahe Berufsausbildungen und vor allem die Abschlussnote.
