Allensbach-Studie: Zweifel an Chancengerechtigkeit bei der Studienfinanzierung
Das Hauptargument gegen die Aufnahme eines Studiums sind für Abiturienten in Deutschland immer noch fehlende Finanzierungsmöglichkeiten. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 4.000 Studierenden, die kürzlich durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Reemtsma Begabtenförderungswerkes durchgeführt wurde. Die Studie hat ergeben, dass der Wunsch zu studieren in Deutschland in einer eklatant hohen Fallzahl an hohen Kosten und Finanzierungsproblemen zu scheitern droht. Oftmals fehlen wohl häufig auch schlicht die passenden Informationen.
Der Studie zufolge erachten die meisten Studierenden ihre Chancen auf finanzielle Unterstützung durch ein Stipendium als außerordentlich gering. Nur vier Prozent der Befragten gaben an, in irgendeiner Form durch ein Stipendium unterstützt zu werden. Interessant erscheint, dass wohl aus Frust häufig überhaupt nicht versucht wird, ein Stipendium zu erlangen: so gaben 78 Prozent der Studierenden mit Geldsorgen an, sich noch nie um ein Stipendium beworben zu haben. Brandgefährlich: die Studie hat zudem zutage gefördert, dass Bewerbungen von Studenten aus sog. bildungsfernen Schichten sowie von Studierenden mit akuten Geldsorgen unterdurchschnittlich erfolgreich sind.
Generell befürchten deutlich über zwei Drittel aller studierwilligen Abiturienten finanzielle Nöte während des Studiums. Jeder Dritte hat Angst vor Schulden, die er nach dem Studium zurückzahlen muss. Interessant auch: 44 Prozent der Befragten, die Finanzierungsprobleme erwarten, haben eine fest Studienabsicht – aber knapp doppelt so viele, nämlich 79 %, derjenigen, die keine Finanzierungsprobleme erwarten.
Michael Wenzel, Vorsitzender des Reemtsma Begabtenförderungswerks: "Die Umfrage-Ergebnisse machen deutlich: Die große Bedeutung des Faktors 'Finanzierung' in der Entscheidung junger Leute für oder gegen ein Studium ist ein gesellschaftliches Problem. Aus Sicht der Betroffenen ist die Politik, aber vor allem auch die Wirtschaft gefordert."
Der vollständige Bericht des Instituts kann hier heruntergeladen werden.
