Wissensdurst im Morgenland: Bildung als Ressource der Zukunft

In den Ländern der arabischen Halbinsel werden derzeit enorme Summen in die Verbesserung der Bildungsstruktur investiert. Länder, die in der Vergangenheit und auch heute noch bestens von ihren natürlichen Rohstoffen, insbesondere den Ölvorkommen, bestens leben konnten und können, rüsten sich mit ihren Bildungsinitiativen für die Zeit nach dem Öl. Das enorme Engagement von Ländern wie dem Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Qatar, Bahrain oder Saudi-Arabien zeigt, als was Bildung zukünftig verstanden werden muss: als nachhaltige Ressource der Zukunft. Vor dem Hintergrund der Aktivitäten könnte es fast als Zumutung erscheinen, dass in Deutschland nicht mit der gleichen Dynamik in die Bildung investiert wird.
In Muscat, der Hauptstadt von Oman, wurde mit der neu gegründeten „German University of Technology“ (GUTech) eine neue Elite-Universität gegründet. In dem Land, das noch in den 1970er Jahren eines der schlechtesten entwickelten Länder der Welt (!) war, wird nun ein riesiger Campus am Stadtrand gebaut. Dabei profitiert die Universität auch von der langjährigen Kooperation mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule: die Aachener verantworten die komplette administrative Aufbauarbeit der Universität. Dabei wird im Oman stark auf private Unterstützung gesetzt: jeder, der zu Wohlstand gekommen ist, soll auch andere daran teilhaben lassen. So wurden etwa jüngst die Klimaanlagen der mittlerweile über 1.000 Schulen des Landes mit privater Unterstützung ausgetauscht.
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate setzen auf Bildung: der dortige Bildungsminister richtete im letzten Jahr einen Bildungsfonds ein, der die verstärkte aktive Teilnahme an internationalen Angeboten der Scientific Community ermöglichen soll.
Qatar City hat eine riesige Education City geschaffen, ein Campus von 14 Quadratkilometern, auf dem sechs (!) US-Universitäten mit Außenstellen vertreten sind. Von besonderem Interesse: Fächer wie Natur- und technische Wissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften.
Im globalen Bildungsmarkt ist also einiges in Bewegung geraten; man darf gespannt sein, welche Angebote sich in den Ländern der arabischen Halbinsel zukünftig entwickeln dürfte. Auf jeden Fall dürfte der Begriff „Studium im Ausland“ auch in der öffentlichen Diskussion hierzulande in nicht allzu ferner Zukunft immer fester mit diesen arabischen Ländern verbunden werden. Und der ein oder andere Studierende aus Deutschland wird sein Auslandsstudium dann sicherlich auch dort absolvieren können.
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