Bildungsfonds: wie funktioniert das Bewerbungs- und Auswahlverfahren?

Bei einer Bildungsfonds-Finanzierung verpflichtet man sich nicht zur Rückzahlung des erhaltenen Finanzierungsbetrags sowie von Zins und Zinseszins, wie das bei einem StudentenKredit der Fall ist. Vielmehr erfolgt nach dem erfolgreichen Berufsstart über einen im Voraus fixierten Zeitraum die Zahlung eines im Voraus fixierten Prozentsatzes des späteren Gehaltes. Bildungsfonds ermöglichen es damit quasi, sich heute schon Gehalt auszahlen zu lassen, was man erst in der Zukunft verdient. Das ist für den Studierenden vollkommen risikolos – für den Bildungsfonds aber nicht: denn wenn jemand nach dem Studium sehr wenig verdient, dann zahlt er oder sie u.U. viel weniger zurück, als nominal ausgezahlt wurde. Im Extremfall entfällt die Rückzahlungsverpflichtung bei lang andauernder Arbeitslosigkeit vollkommen. Damit Bildungsfonds dieses Risiko tragen können, müssen die Bewerberinnen und Bewerber ein Auswahlverfahren durchlaufen, bevor Geld fließt. Und das funktioniert so.
In einem ersten Schritt müssen sich die interessierten Bewerberinnen und Bewerber unter http://www.bildungsfonds.de/de/studiengaenge/index.html im Online-Portal registrieren. Dort werden die benötigten Daten eingegeben und erforderliche Nachweise als pdf hochgeladen (etwa Zeugnisse, Lebenslauf, etc.). Berücksichtigt werden für die Bewerbung neben den „harten“ Kriterien wie etwa der Entwicklung der akademischen Leistungen auch die sog. „weichen Faktoren“, etwa die Motivation für die Bildungsfonds-Bewerbung oder gezeigtes Engagement und/oder gesammelte praktische Erfahrungen.
Überzeugt die Bewerbung in diesem Stadium, erfolgt dann eine Einladung zu einem Assessment-Center, das online durchgeführt wird. Dieses berücksichtigt sehr stark persönlichkeitsorientierte Aspekte, aber auch „hartes“ Wissen wie etwa analytische Fähigkeiten. Die Auswertung des Tests besteht aus einem mehrseitigen booklet, das detailliert Stärken und Schwächen wiedergibt und insofern einen Wert an und für sich darstellt.
Danach erfolgt wieder eine Auswertung der Daten mittels internen Scoring-Modells. Und schließlich erfolgt noch ein Interview, das meist telefonisch durchgeführt wird und indem einzelne Aspekte der Bewerbung nochmals beleuchtet werden.
Parallel werden zu allen Bewerbungsschritten allgemeine Daten mit ausgewertet, wie etwa die Studiensituation an der jeweiligen Hochschule, der Ruf der Hochschule, die individuellen Beschäftigungs- und Verdienstaussichten und viele andere Aspekte mehr.
Schließlich ergibt das interne Scoring-System, ob eine Finanzierung vollständig oder teilweise möglich ist oder eben auch nicht. Dann wird dem Bewerber oder der Bewerberin ein Finanzierungsvorschlag unterbreitet. Erst danach erfolgt eine Ausfertigung eines Vertrags, und erst wenn der unterschrieben wird, entstehen beidseitige Verpflichtungen. Es ist also völlig ohne Risiko möglich, sich bei den Bildungsfonds zu bewerben.
