Warnung aus den USA: Studienkredite nur bis zur Höhe eines Jahresgehalts aufnehmen
Studentenkredite haben, wie jede Finanzierung auch, einen ganz besonderen Charme: kann man doch Geld ausgeben, das man eigentlich gar nicht hat, mit dem Versprechen, es später zurückzuzahlen. Doch genau dieses Versprechen auf eine spätere Rückzahlung muss wohlbedacht sein. Denn wenn die Finanzierungssumme für das Studium zu hoch ist, dann wird es nach dem Studium schwer, dem Finanzierungsgeber das Geld zurückzuzahlen – bis hin zur Unmöglichkeit, dann nämlich, wenn das verfügbare Einkommen nicht mehr ausreichend ist, Zins und Tilgung leisten zu können. Es gibt eine Grenze, aber der die spätere Rückzahlung wohl als nicht mehr gesichert erscheint: dann nämlich, wenn mehr als ein späteres Jahresgehalt als Finanzierung aufgenommen wird.
Aus den USA sind Fälle bekannt geworden, in denen ein Lehrer in den USA insgesamt 75.000 USD an privaten Studienkrediten aufgenommen hat, aber nur rund 24.000 USD pro Jahr verdient hat. Er sollte rund 1.400 USD pro Monat an Rückzahlungsleistungen erbringen, hat aber ziemlich genau diesen Betrag nur als verfügbares Einkommen gehabt. Das von Präsident Obama jüngst gestartete Programm zur einkommensabhängigen Studienfinanzierung sieht zwar vor, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschuldung erfolgen kann (debt forgiveness) – aber nur dann, wenn es sich um ein öffentliches Programm handelt, und dann auch nur unter Auflagen.
Das Problem ist, dass viele Studierende in den USA sich zunächst für ein öffentliches Programm bewerben. Haben sie dann alle Möglichkeiten dort ausgeschöpft, wenden sie sich den privaten Anbietern zu. Und dieser Studienkredit-Cocktail kann richtig problematisch werden, weil der Student den Überblick verlieren kann und v.a. die Rückzahlungsbelastung ins unermessliche steigen kann. Darauf hat unsere Schwesterseite Studienkredit.de hingewiesen. Als Faustregel kann gelten, dass nicht mehr als ein späteres Jahresgehalt als Studienkredit aufgenommen werden sollte. Wer also etwa erwartet, dass er später 30.000 EUR pro Jahr verdient, sollte auch nicht mehr als diese Summe an Verbindlichkeiten aus dem Studium aufbauen – und zwar inklusive aller Verpflichtungen für BAföG, Bildungsfonds, KfW-Studienkredit und private Studienkredite zusammengenommen.
