Jobeinstieg- kurzes Studium allein reicht nicht

Dank Bologna und G8 werden die Absolventen immer jünger. Das allein macht sie jedoch noch nicht attraktiv für potentielle Arbeitgeber. Employability ist der Schlüssel zum Jobangebot…
Die neueste Studierenden-Generation wird mit einem Minimum an Zeit durch ein Maximum von Lernstoff geschleust. So sieht es Bologna zumindest vor. Das Studium läßt sich so zwar einfacher international gestalten und Studienschwerpunkte können individueller gewählt werden, aber man befindet sich dennoch in einempermanenten Marathon. In der Hoffnung, ein schnelles Studium – sehr gute Noten vorausgesetzt -ist eine Jobgarantie. Vor lauter Lernstress und Organisation der Auslandssemester bleibt jedoch oftmals die Weiterentwicklung der Persönlichkeit auf der Strecke. Laut einer Umfrage des Instituts CRF unter rund 100 Unternehmen kommt es bei der Bewerberauswahl aber gerade auf die Persönlichkeit, auch Employability genannt, an. Die Fachkompetenz ist zwar Grundvoraussetzung, aber letztendlich müssen Personaler vor allem entscheiden, ob jemand gut im Team arbeiten kann oder im Laufe des Studiums eher seine Einzelkämpferkompetenz perfektioniert hat. Auf eine kurze Studienzeit legen jedenfalls gerade mal 3% der Befragten großen Wert. Für die Bewerber hingegen ist das Kriterium ‚Persönlichkeit‘ wenig greifbar, zumal in jeder Branche und jedem Unternehmen wieder ein anderer Typ Mensch gefragt sein könnte. Gemeint ist damit aber vor allem eine gewisse Lebenserfahrung, gewonnen durch selbst bewältigte Krisen, Auslandsaufenthalte oder erste Arbeitserfahrungen durch Nebenjobs oder ein eigenes Kleinunternehmen neben dem Studium etc. Denn daraus resultiert ein gewisses gereiftes Selbstvertrauen und das ist fürs Berufsleben extrem wichtig.
Mit der Jugend der Absolventen haben viele Unternehmen in Deutschland jedenfalls noch ihre Schwierigkeiten, während in anderen Ländern 24-jährige Anwälte oder Unternehmensberater völlig normal sind. Bewerber sollten daher ihre Individualität, ihre Neigungen und die Dinge, die sie motivieren, nicht ganz aus den Augen verlieren, nur um möglichst schnell mit dem Studium fertig zu sein.

