Studienfinanzierung mit Bildungsfonds verteuert sich nicht trotz der Finanzkrise
Nachdem schon im letzten Herbst die KfW den Zinssatz für den KfW-Studienkredit anheben musste und auch andere Banken laut über ähnliche Schritte nachdachten, dürfte die Gefahr weiterer Zinserhöhungen bei Studienkrediten durch die inzwischen erfolgte Leitzinsentwicklung erst einmal gesunken sein. Nach wie vor gilt aber: bei einer Studienfinanzierung mit einem Studienkredit ist der Zinssatz nicht der einzige Aspekt, den man im Auge behalten sollte.
Denn neben der absoluten Höhe des effektiven Zinssatzes ist es auch wichtig, ob dieser fix oder variabel ist. Beim DKB Studenten-Bildungsfonds, einem der lt. Stiftung Warentest empfehlenswertesten Studienkredite, beträgt er beispielsweise 5 % p.a. nominal, und das fix über die gesamte Laufzeit. Das schafft auch und gerade in Zeiten der Finanzkrise Verlässlichkeit und Sicherheit. Beim KfW Studienkredit, der neben Banken auch von den Studentenwerken vertrieben wird, beträgt der Zinssatz derzeit 6,5 % p.a., ist aber variabel – und kann damit bis auf derzeit 9,2 % p.a. ansteigen. Auch das ist übrigens im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht unbedingt teuer, schließlich sind Studienkredite völlig unbesichert und aus der Sicht der Banken dementsprechend riskant. Wesentlich weniger riskant aus der Sicht der Banken sind etwa Dispositionskredite auf Girokonten, mit denen man „sein Konto überziehen kann“ – denn die bekommt nur, wer ein gesichertes Einkommen hat. Das reduziert das Finanzierungsrisiko der Banken. Und trotzdem verlangen die Banken für Dispositionskredite derzeit im Durchschnitt rund 13,33 % Zinsen pro Jahr, wie die Zeitschrift „finanztest“ in ihrer April-Ausgabe auf Seite 14 schreibt. Durch die Finanzkrise haben sich diese Zinsen übrigens relativ erhöht, weil die Banken ein höheres Risiko sehen, dass sie ihr Kapital nicht zurückerhalten.
Ist die Studienfinanzierung mit Bildungsfonds, bei der die Rückzahlung ja rein vom Einkommen abhängt, durch die Finanzkrise auch teurer geworden? Nein, da sich Bildungsfonds nicht laufend am Kapitalmarkt refinanzieren müssen, wirkt sich die Finanzkrise auf Bildungsfonds derzeit nicht aus. Daran hat sich in den letzten Monaten auch nichts geändert. Und auch ein Zinsänderungsrisiko gibt es nicht: denn bei einer Bildungsfonds-Finanzierung werden Prozentsatz und Rückzahlungsdauer zu Beginn der Vertragsdauer fixiert und können später nicht verändert werden.
