Erst 30 % aller Studierenden in Bologna angekommen – noch ein weiter Weg zu gehen
Wie das Bundesforschungsministerium in einem Bericht ausführte, hat die Umstellung auf die „gestuften Studiengänge“ (Bachelor-/Master-Struktur) inzwischen bedeutende Ergebnisse erreicht. Aber der Weg bis zu einem „gemeinsamen europäischen Hochschulraum“, der ja eigentlich 2010 verwirklicht sein sollte, bleibt noch sehr lang und wohl auch steinig: bislang studieren nämlich erst rund 30 % aller Studierenden in Deutschland, das sind etwa 600.000, in einem Bachelor-/Master-Studiengang.
Zwar machen die Bachelor- und Masterprogramme zehn Jahre nach Beginn des Bologna-Prozesses inzwischen 75 % des Angebotes an Studiengängen in Deutschland aus. Doch der Anteil der Studierenden in diesen Studiengängen ist erst von 12,5 Prozent im Wintersemester 2005/2006 auf gerade einmal gut 30 Prozent im Wintersemester 2007/2008 gestiegen. Insofern darf man gespannt sein, wie die Realität des „gemeinsamen europäischen Hochschulraums“ im Jahr 2010 tatsächlich aussehen wird.
Positiv hervorzuheben sei, so die Bundesministerin, dass die Mobilität der Studierenden durch Maßnahmen der Bundesregierung gefördert worden: etwa, indem das BAföG nun leichter mit ins Ausland mitgenommen werden könne oder im Ausland erworbene Studienabschlüsse und –leistungen nun leichter in Deutschland anerkannt werden könnten.
Nach einer Umfrage des HIS scheuten Bachelorstudenten jedoch Auslandsaufenthalte: während in den „alten“ Studiengängen im Schnitt 24 Prozent der Studierenden ins Ausland gingen, waren es bei Bachelorstudiengängen an den Unis nur 15 Prozent, an FHs nur neun Prozent, wie der Tagesspiegel schreibt.
