Immer mehr Studienberechtigte und immer mehr Studierende an privaten Hochschulen

2009 haben in Deutschland rund 447.200 Schülerinnen und Schüler die Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben, das waren rund 1,2 % mehr als im Vorjahr. Außerdem teilte das statistische Bundesamt mit, dass inzwischen immer mehr Studierende an privaten Hochschulen eingeschrieben seien: ihre Zahl habe sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht.
Die Zahl der Studienberechtigten stieg im Saarland um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund: die Verkürzung der Gymnasialzeit. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen ging die Zahl um rund 46 Prozent zurück. Grund hier: ebenfalls die Verkürzung der Gymnasialzeit, denn hier erhielten bereits 2008 zwei Jahrgänge ihre Hochschulzugangsberechtigung, weshalb es in 2009 zu einem überproportionalen Rückgang der Zahl kam. Verallgemeinernd galt darüber hinaus: die Zahl der Studienberechtigten ging im Osten zurück (insb. in Thüringen und Sachsen), in einigen westlichen Ländern stieg sie überproportional an (Hamburg, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz). Mehr als zwei Drittel aller Studienberechtigten erwarb die Fachhochschulreife, rund 53 Prozent waren weiblich.
Von den rund 2,1 Mio Studierenden in Deutschland in 2009 waren etwa 4,5 Prozent (gut 96.000) an privaten Hochschulen eingeschrieben. Im Wintersemester 2000/01 lag ihr Anteil noch bei 1,2 Prozent. Auch bei den Studierenden ergibt sich ein West-Ost-Gefälle: während in manchen westlichen Ländern der Anteil der Studierenden an privaten (Fach-)Hochschulen bei bis zu 50 % (Hamburg) liegen, beträgt die vergleichbare Zahl in den westlichen Ländern zwischen 0,1 und knapp 3 Prozent.
Interessant: der Anteil der privaten Hochschulen an allen Hochschulen liegt bei fast einem Viertel (102 von 410 Hochschulen in Deutschland). Daraus folgt, dass private Hochschulen um Größenordnungen kleiner sind als öffentliche – was ihnen mitunter ja auch als einer der größten Vorteile angerechnet werde.
