Soziale Dienste ableisten gegen Studiengebühren
Die Frage der Finanzierung der Studiengebühren beschäftigt viele Studierende. In einem ersten Pilotprojekt entfallen die Gebühren für Studierende, die sich sozial engagieren.
Die Stadt Eppenheim, nahe der Studentenhochburg Heidelberg gelegen, geht mit gutem Beispiel voran und möchte Studierenden bei der Finanzierung ihrer Studiengebühren unterstützen. Es handelt sich jedoch nicht um ein Stipendium. Als Gegenleistung wird eine Betätigung im sozialen Bereich ähnlich dem Zivildienst gefordert. Jeder für das Projekt ausgewählte Studierende wird gemäß seiner fachlichen Schwerpunkte eingesetzt. Mediziner bieten also zum Beispiel ihre Arbeitskraft in Altenheimen oder im Krankenhaus an. Um die in Baden-Württemberg üblichen Studiengebühren von rund 500 Euro zu begleichen, müssen rund 60 Stunden Arbeit in gemeinnützigen Einrichtungen abgeleistet werden. Klingt auf den ersten Blick recht viel, entspricht aber einem Stundenlohn um die 8 Euro. Dies ist in Heidelberg nur mit wenigen Nebenjobs erzielbar und eher schwer zu bekommen. Aber auch die Dienste in Eppenheim sind nicht ganz einfach zu haben. Nur rund 30 Studierende können pro Jahr an gemeinnützige Einrichtungen vermittelt werden. Bewerbungen gehen fast fünf Mal so viele ein. Dem Pilotprojekt könnten bald weitere Städte folgen, denn die Wandlung der Studiengebühren in gemeinnützige Leistungen rechnet sich sowohl für die Studierenden als auch für die Gemeinde und ihre sozialen Einrichtungen. Solange die Koordination einfach gehalten wird und die Studierenden ihr Fachwissen und ihre Arbeitskraft motiviert einbringen, kann ein Mehrwert geleistet werden. Und Berufserfahrung im eigenen Fachgebiet wird ganz nebenbei gleich mit gewonnen.
