Karriere: Bescheidenheit hilft beim Aufstieg!
Insgesamt 340 junge Nachwuchskräfte wurden in ihren ersten fünf Berufsjahren durch die Bonner Mentoring-Studie begleitet. Diese Untersuchung, in die Daten von 340 Fachhochschul- und Universitätsabsolventen eingingen, wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Der Bonner Psychologe Prof. Dr. Gerhard Blickle, der die Studie federführend vorantrieb, untersuchte in erster Linie die Erfolge von jungen Talenten, die sich ihre Mentoren selbst suchen. „Außerdem wollten wir herausfinden, wie Berufsanfänger auftreten sollten, um das Wohlwollen höherer Führungskräfte zu finden.“, so Blickle. Als Erfolgsindikatoren wurden das Einkommen und die nach fünf Jahren erreichte hierarchische Position untersucht. Und siehe da: Diejenigen kommen wesentlich schneller voran, die aktiv nach Mentoren suchen. Das gilt auch für Arbeitnehmer mit nur durchschnittlicher Intelligenz und sozialer Herkunft aus der Mittelschicht. Doch das allein reicht noch nicht.
Natürlich sind diejenigen im Vorteil, die schnell Kontakte knüpfen und diese auch pflegen und nutzen. Doch entscheidend für das Maß an Unterstützung scheint zu sein, dass man bescheiden auftritt. Solange die Leistungen für alle gut erkennbar sind, fiel die Unterstützung durch den Mentor umso stärker aus, je bescheidener der Neuling auftrat. Insofern scheint der alte Leitsatz „tue Gutes und rede darüber“ durchaus in Frage gestellt zu werden können – zumindest wenn man sich die Beziehung zwischen den (für beruflichen Erfolg notwendigen) Mentoren und den Mentees anschaut. Auch wichtig: über Fehler und Ängste offen zu sprechen – aber nur, solange dies in einem „angemessenen Rahmen“ geschieht, so die Forscher der Studie.
