USA: Obama führt einkommensabhängige Studienfinanzierung ein
In den USA haben die meisten Studienabsolventen traditionell ein Darlehen zur Finanzierung ihrer studienbedingten Kosten zurückzuzahlen: der durchschnittliche Bachelorabsolvent verlässt die Hochschule mit mehr als 22.000 USD Schulden (knapp 16.000 EUR). Viele Masterabsolventen haben Kredite in Höhe von 100.000 USD und mehr zurückzuzahlen, wenn sie die Hochschule verlassen (rund 71.000 EUR). Das hängt damit zusammen, dass es in den USA seit Generationen üblich ist, Studiengebühren in signifikanter Höhe zu zahlen - und dass es genau so üblich ist, die Studienkosten zumindest teilweise über Darlehen zu finanzieren. Denn anders wäre es gar nicht möglich, dass bei diesen Kosten so viele Amerikaner studieren können. Doch bei sinkenden Jobaussichten kann die Rückzahlung dieser Summen zum Problem werden. Darauf reagiert die US-Regierung nun und führt eine einkommensabhängige Studienfinanzierung ein, die dem Bildungsfonds-Modell von CareerConcept in einer Hinsicht stark ähnelt.
So können Studierende sich ab dem 01. Juli für ein Programm bewerben, bei dem die Rückzahlungen vom monatlichen Einkommen abhängen. Sie müssen dann nie mehr als 15 % ihres Einkommens zurückzahlen, die meisten dürften eher bei 10 % Rückzahlung liegen. Steigt das Einkommen, steigen auch die Rückzahlungen. Wenn die Rückzahlungen so niedrig sind, dass nicht einmal die Zinsen beglichen werden können, erhöht sich trotz Rückzahlungen die Darlehenshöhe – das ist der wesentliche Unterschied zu einer Bildungsfonds-Finanzierung von CareerConcept, bei der mit jedem abgeleisteten Verdienstmonat die Rückzahlungspflicht sinkt (unabhängig vom tatsächlichen Betrag). In jedem Fall aber sind die Studierenden nach 25 Jahren ihre Rückzahlungsverpflichtung los, egal, ob sie den Betrag zurückgezahlt haben oder nicht. Da es in den USA kein Privatinsolvenzrecht wie in Deutschland gibt, ist das ein großer Schritt nach vorne. So können die Studierenden nicht mehr von den Rückzahlungsverpflichtungen erdrückt werden, wie es bislang in den USA der Fall war. Bei den Bildungsfonds von CareerConcept gilt immer, dass die Rückzahlung die Absolventen finanziell nicht überfordern kann – eben weil sie rein vom Einkommen abhängt.
Allerdings ist das Programm nicht für alle Studierenden zugänglich: solche, die private Darlehen haben und solche, die ihren Rückzahlungsverpflichtungen bisher nicht nachgekommen sind, können sich für das Programm der US-Regierung nicht bewerben.
