Weltweit Praktika absolvieren – ganz ohne Flugkosten
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Moderne Kommunikations- und Organisationstechnik verändert die Arbeitswelt seit vielen Jahren. Spätestens seit der Internetrevolution Mitte bis Ende der 1990er-Jahre sind produktivitätssteigernde Mittel wie E-Mail oder Projektmanagementmethoden nicht mehr aus der hochentwickelten Dienstleistungsgesellschaft wegzudenken. „Fraktale Organisationsformen“ dringen jetzt auch in die Welt der Praktika vor: schon gibt es die ersten „virtuellen Praktika“ in Unternehmen, die man gar nicht mehr von innen sieht.
Das bezahlte Vollerwerbsleben ist ohne E-Mail, Instant Messaging, Videoconferencing und vielerlei Social-Media-Web-2.0-Plattformen ja auch nicht mehr vorstellbar. Also können Studenten, Absolventen und erfahrene Berufstätige, die ihrer Karriereentwicklung eine andere Richtung geben möchten, heute auch Praktika vom Heimarbeitsplatz aus absolvieren, quasi als „Teleworker“. So kann man wertvolle Praxiserfahrungen gewinnen, ohne (vorübergehend) umziehen zu müssen. Und auch die Zeithoheit muss man nicht aufgeben, weil man seine Zeit ja frei einteilen kann – das ermöglicht es, Praktika neben einer Vollzeittätigkeit zu absolvieren und so einen entsprechenden Track Record aufzubauen.
In New York gibt es bereits ein Unternehmen, das sich diesen „virtuellen Praktika“ verschrieben hat: Urban Interns. Dieser Marktplatz bringt Praktikanten mit kleinen und mittelständischen Unternehmen zusammen. Rund ein Viertel der Stellen werden schon als virtuelle Praktika ausgeschrieben und vergeben, Tendenz stark steigend. Bei der Londoner Plattform Enternships wird rund ein Drittel der Positionen als virtuelle Praktika vergeben.
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Dabei können wertvolle Qualifikationen gewonnen werden, die später sehr hilfreich sind: schließlich muss man sich als virtueller Praktikant oder als virtuelle Praktikantin seine Arbeit selbst einteilen, sich selbst überwachen, eigene Disziplin halten – man muss also in einer völlig unabhängigen Umgebung zurechtkommen und darf dabei das Ergebnis nicht aus dem Auge verlieren. Dabei sind regelmäßige Kontakte mit dem Unternehmen sicherlich unabdingbar, etwa tägliche E-Mails oder idealerweise auch ein persönliches Kennenlernen ganz zu Anfang.
Und einen Vorteil hat ein virtuelles Praktikum ganz sicher: Kopieren oder Kaffeekochen muss niemand.
Es bleibt also abzuwarten, ob es eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland geben wird.
