Ingenieurinnen bleiben Mangelware
Einer aktuellen Umfrage des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) unter 500 Ingenieurinnen zufolge sind nur sieben Prozent der Ingenieurinnen der Ansicht, dass sich Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren lassen. So würden über die Hälfte der befragten Ingenieurinnen gerne Kinderbetreuungsangebote ihres Arbeitgebers in Anspruch nehmen, doch nur ein Viertel der Arbeitgeber nimmt diese in Anspruch. Außerdem förderte die Studie zu Tage, dass es immer noch viele falsche Vorstellungen von einem Ingenieurstudium bzw. –beruf gibt.
So fehle etwa vielen jungen Mädchen das Selbstvertrauen bei technischen Fragestellungen, und berufstätige Ingenieurinnen erfahren gegenüber ihren männlichen Kollegen tatsächlich Benachteiligung. Michael Dick, Mitglied des VDI-Präsidiums und Technikvorstand bei Audi, wies anlässlich des europäischen Ingenieurinnen-Kongresses in Düsseldorf darauf hin, dass die Ingenieurinnenquote in Deutschland bei lediglich 11 Prozent liege, in anderen Ländern wie etwa Schweden oder Bulgarien jedoch bei bis zu 25 Prozent.
Um die falschen Vorstellungen vom Ingenieurstudium bzw. –beruf zu korrigieren, aber vor allem um mehr junge weibliche Studieninteressierte für eine Ingenieurstudium zu begeistern, wurde inzwischen „MINT Role Models“ unter der Federführung des BMBF ins Leben gerufen. Ziel von MINT Role Models ist es, dass Ingenieurinnen jungen Frauen Mut machen, einen Beruf in den Ingenieurwissenschaften zu ergreifen. Die Ingenieurinnen treten dabei als Vorbilder für Schülerinnen und Studentinnen auf, nehmen an Vorträgen und Workshops teil und vermitteln dadurch ihren Werdegang und ihre Motivation an den Nachwuchs.

