MINT Studium: Wenig Frauen, viele Bildungsausländer
Die neueste MINT-Absolventen-Studie wurde gerade veröffentlicht und überrascht mit seinen Ergebnissen: das Studium der Naturwissenschaften wird offenbar immer gefragter und hängt einen Abschluss in den Ingenieurwissenschaften leicht ab. Leider werden insgesamt weiterhin zu wenige Frauen zu einem Studium in den MINT Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik motiviert. Da gerade der Frauenanteil ein wichtiger Anhaltspunkt für das technologische Potential bzw. die mögliche Leistungsfähigkeit ist, erreicht Deutschland hier im internationalen Vergleich nur einen mäßigen Durchschnittswert. Länder wie Polen, Spanien und vor allem Italien erreichen eine deutlich höhere Frauenquote in den Ingenieurwissenschaften und haben somit ein höheres Potenzial. Bemerkenswert ist zudem die auffallend hohe Quote an MINT-Masterabschlüssen und MINT-Promotionen von Ausländern an deutschen Hochschulen. Deutsche Hochschulen haben im MINT-Bereich einen sehr guten Ruf, so dass sich viele Studierende für die Absolvierung eines Masters oder einer Promotion in Deutschland entscheiden. Allein in den Ingenieurwissenschaften wurden 2009 z.B. über 40% der Masterabschlüsse an ausländische Studierende vergeben, der Anteil an ausländischen Doktoranden lag bei etwa 20%. Auch in den naturwissenschaftlichen Fächern wurden zwischen 20 und 30% der Abschlüsse an ausländische Studierende vergeben. Ob die qualifizierten Studierenden aus dem Ausland sich jedoch in Deutschland halten lassen bleibt fraglich. Oftmals winken ihnen wesentlich lukrativere Angebote in ihren Heimatländern.
Die Studie wurde vom HIS-Instituts für Hochschulforschung in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung und dem Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung in diesem Jahr zum vierten Mal erhoben und fokussiert sich auf die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands.
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